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Interim Manager: Der natürliche Feind des Betriebsrats? (Teil 2)

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Er kommt über Nacht ins Unternehmen, ist nach wenigen Monaten wieder weg und an schnellem Erfolg interessiert: Nicht selten wird der Interim Manager im Personalbereich als Widersacher des Betriebsrats wahrgenommen. Was ist dran an diesem Vorurteil?

Im 2 Teil des Interviews berichtet Interim Manager Thorsten Töppel über seine Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit diversen Geschäftsführern. Töppel wird als Personalleiter oder Projektleiter engagiert, um Unternehmen interimistisch zu unterstützen. Eines seiner fachlichen Spezialgebiete ist das Thema Re­struk­tu­rie­rung.

„Eine erfolgreiche Zusammenarbeit kann nur ge­lin­gen, wenn das Vertrauensverhältnis stimmt.“

Thorsten Töppel

Wie wichtig ist das Verhältnis von Geschäfts­führer und Interim Personalleiter?

Enorm wichtig. Das ist darin begründet, dass sich beide stark bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben und Verant­wor­tungen unterscheiden. Der Ge­schäfts­führer hat die Ver­ant­wor­tung für das Gesamt­unter­nehmen und steht für dessen Erfolg oder Misserfolg. Seine Aufgaben sind vielfältig. Man begeistert ihn in erster Linie mit guten Ergeb­nissen im Hinblick auf den wirt­schaft­lichen und damit finanziellen Erfolg des Unter­neh­mens. Dass dahinter auch der Mensch steht, ist ihm durchaus bewusst. Die meisten Ge­schäfts­führer, denen ich begegnet bin, erwähnen dies zumindest auch brav und wiederholt im Rahmen offizieller Veran­stal­tungen.

Der Personalmanager hat einen anderen Fokus: Er steht in erster Linie für den Menschen, welchen er anfangs rekru­tie­ren muss. Er muss diese Menschen dann entwickeln und betreuen, von seiner Leistung hängen zum größten Teil die Zah­len ab, über die sich der Geschäftsführer dann freut. Das ist eine große Heraus­forde­rung und erfordert viel Zeit, Empathie und fachliches Können. Sehr oft sind Themen zu bearbeiten, die einem Geschäfts­führer belanglos und unwichtig erscheinen. Gut ausgebildete und erfahrene Personal­manager sehen das jedoch ganz anders und messen diesen Themen eine ganz andere Bedeutung zu.

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen beiden Posi­tio­nen kann nur gelingen, wenn das Ver­trauens­verhäl­tnis stimmt. Auf dieser Basis bauen alle weiteren, wichtigen Schritte auf. Ich habe in den vielen Jahren meiner Tätigkeit als Personalmanager ad interim viele Geschäftsführer ken­nen­lernen dürfen, die jeweils in ihrer Art nicht unter­schied­licher hätten sein können. Aber alle schenkten mir ihr Vertrauen und gaben mir die Gestal­tungs­mög­lich­keiten, die ich für einen derartigen Einsatz brauchte.

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Ihr Motto lautet: „Solange es Arbeitnehmer gibt, werden sich Personal­ex­perten mit Fragen der Arbeit von Menschen beschäftigen, denn nur sie haben dafür die Kompetenz – aber damit auch die Ver­ant­wortung.“ Was bedeutet das im Hinblick auf das Verhältnis zum Betriebsrat?

Das Verhältnis zwischen Betriebsrat und Personal­ab­tei­lung hängt von verschiedenen Prämissen ab:

  1. Zunächst einmal das Verständnis und die Akzeptanz dieser Institution und ihrer Aufgaben, welche vom Gesetzgeber bestimmt wurden. Das umfasst auch die Kenntnis der hierfür zugrunde gelegten Rechtsgrundlage, dem Betriebsverfassungsgesetz.
  2. Darüber hinaus die Fähigkeit, gemeinsam mit dem Be­triebs­rat Themen zu entwickeln, zu erörtern und zu diskutieren mit dem Ziel, ein für beide Seiten tragbares, intelligentes und kluges Ergebnis zu erreichen. Zum Wohle des Unternehmens und seiner Mitarbeiter.
  3. Die Fähigkeit, von der Arbeitnehmervertretung vor­ge­stell­te Themen, die ein Einverständnis durch die Geschäfts­füh­rung leider nicht gefunden haben, so aufzubereiten und zu erörtern, dass es zu keiner gericht­lichen Aus­ein­ander­setzung kommt. Diese verbraucht zeitliche Res­sour­cen und verursacht erhebliche Kosten.
  4. Die aktive Einbeziehung des Betriebsrates bei der Lösung hochbrisanter Themen im Rahmen der Personalbetreuung sowie die Fähigkeit, ein solches Gremium um Rat zu bitten und diesen dann auch annehmen zu können.

Welche Top-Eigenschaften muss ein Interim Personalleiter mitbringen?

  • Diskretion und Vertrauenswürdigkeit
  • Diplomatisches Geschick und Empathie
  • Kommunikations- und Überzeugungsfähigkeit


Den 1. Teil des Interviews finden Sie hier:
Interim Manager: Der natürliche Feind des Betriebsrats? (Teil 1)

Weitere Beiträge und Informationen rund um das Thema Betriebsrat finden Sie hier:
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Chief Restructuring Officer - Warum Unternehmen einen haben sollten
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