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Warum hinkt Interim Management in Österreich noch immer hinterher?

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Interim Management – so die einhellige Meinung – liegt im Trend. Auch in Österreich. Wenn auch auf einem anderen Niveau. Im Rahmen eines Kunden­gesprächs bei einem sehr renommierten öster­reichi­schen Industrieunternehmen kam die durchaus plausible Frage auf, warum Österreich in diesem Bereich gegenüber seinen Nachbarn hinterherhinkt.

Wo liegen die Gründe, warum Interim Management in Österreich noch nicht so stark eingesetzt wird wie beispielsweise in Deutschland? Gibt es spezifische Ursachen dafür oder verschläft Österreich wieder einen Trend wie z. B. beim Nichtraucherschutz, wo man unbestritten Nachzügler in Europa ist und wofür man sich nicht nur als „Auslandsösterreicher“ schämt.

Wirft man einen Blick nach Deutschland so sieht man, dass die Szene sehr lebendig ist. Richtig begonnen hat sie in den frühen 90er Jahren. Die Treu­hand­anstalt hatte im Rahmen der Wende eine der größten Management-Herausfor­derungen zu bewältigen und tat dies mit Interim Managern. Erstmals wurden dafür in Deutschland in großem Maße „Manager auf Zeit“ eingesetzt und damit gab es nicht nur eine Menge positiver wie auch kritischer PR für ein neues Berufsbild, sondern auch plötzlich mehr erfahrene Interim Manager.

Das brachte Interim Management in Deutschland einen klaren Startvorteil. An der Größe Österreichs im Vergleich zu Deutschland kann es mit hoher Wahr­scheinlichkeit nicht liegen, da kleine Länder wie beispielsweise die Niederlande oder die Schweiz in Sachen Interim Management als Vorreiter gelten.

Die Industrie in Österreich ist in vielen Fällen sogar prädestiniert für Interim Management. Österreich ist nicht nur beim European Song Contest Spitzen­klasse. Es gibt viele Hidden Champions und international aufgestellte Unter­nehmen mit zahlreichen Niederlassungen im Ausland z. B. Automobilzu­lieferer oder Maschinenbauunternehmen. Vieles spricht dafür, dass diese Unternehmen vor ähnlichen Voraussetzungen wie in anderen Ländern stehen – wichtige strategische Projekte, die nicht immer so laufen wie geplant, Vakanzen oder Tochtergesellschaften, die Probleme bereiten.

Vielleicht liegt es aber auch an der Mentalität. Der typische Österreicher ist zumindest der öffentlichen Meinung nach ein Stück weit pragmatischer. Er bevorzugt demnach hausgemachte Lösungen und legt auch nicht so gerne die Finger in Wunden. Gerade jedoch die Erkenntnis, dass ein Problem vorliegt und die schonungslose Analyse sind eine wichtige Voraussetzung für rechtzeitiges Gegensteuern und dem Einsatz von Interim Managern. „Wursteln“ wir Öster­reicher vor uns hin bzw. reden wir uns immer noch vieles zu schön? Einiges spricht dafür.

Oder ist es tatsächlich der Mangel an professionellen Playern, die ein neues Personaltool promoten und auch erklären? Dazu hat vor kurzem die Presse eine Studie von Deloitte präsentiert. 

http://karrierenews.diepresse.com/home/karrieretrends/1591493/Interims_Viel-Luft-nach-oben

Ich glaube, dass der aufklärende und befruchtende Dialog zwischen Interim Management-Beratern und ohnehin sehr gut ausgelasteten Geschäftsführern und Personalleitern in der Tat fehlt. Darin liegt meiner Meinung nach die Haupt­ursache für eine noch geringere Verbreitung von Interim Management in Österreich.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht bzw. welche Chancen sehen Sie für Interim Management in Österreich? Ich freue mich auf Ihr Feedback.

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